Themenfelder

Wichtige Zukunftsthemen für den ländlichen Raum werden in den nächsten Jahren die Bereiche Gesundheitsversorgung, Mobilität und Digitalisierung sein. Darüber hinaus liegen mir Friedens- und Flüchtlingspolitik sowie die heimische Landwirtschaft und Ökologie besonders am Herzen.

Gesundheitsversorgung: Meiner Meinung nach kann nur ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem die Würde der PatientInnen und die Rechte der Beschäftigten gleichermaßen schützen. Eine Abschaffung der Fallpauschalen ist nötig. Der Trend zur Privatisierung im Krankenhausbereich muss gestoppt werden. Im Arbeitsbereich Gesundheit und Pflege droht permanent die Gefahr von Überlastung und Überarbeitung. Es braucht mehr Personal, mehr Lohn und mehr Zeit. Der Staat trägt hier auch aufgrund des im Grundgesetz festgeschriebenen Sozialstaatsgebots eine besondere Verantwortung.

Mobilität: Die Mobilität der ökologischen Moderne ist vernetzt und digital. Auf dem Weg dahin gilt für mich das Prinzip Rad und (Gäu-) Bahn stärken, Straßen dekarbonisieren. Gerade im ländlichen Raum werden auch in Zukunft viele Menschen weiterhin auf das Auto angewiesen sein. Dazu muss es jedoch emissionsfrei und digital vernetzt sein. Durch die angestrebte Dekarbonisierung der Produktionsprozesse wird sich auch die Automobil- und Zulieferindustrie neu erfinden müssen. Der Übergang in die ökologische Moderne bedeutet massive Veränderungen für die jenigen, die bisher in den fossilen Industrien arbeiten. Es braucht eine vorausschauende Industriepolitik, um möglichst viele Arbeitsplätze über den Wandel hin zu grünen Technologien und Produkten zu erhalten. Durch meine Tätigkeit als Managerin in der Automobilzulieferindustrie weiß ich, dass diese Schlüsselindustrie in unserer Region auf das bauen kann, was sie stark gemacht hat: ihre Ingenieurskunst, ihre Kreativität, die Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften sowie ihre europäische und globale Orientierung.

Digitalisierung: Persönlich kann ich mir ein Leben ohne die Vorteile einer smarten, vernetzten Welt nicht mehr vorstellen. Digitalisierung hat das Potential das Gesundheitssystem massiv zu entlasten, Energie einzusparen oder Verkehr effizienter zu lenken. Politik hat die Aufgabe, die Digitalisierung so zu gestalten, dass sie Freiheitsgrade und Selbstbestimmung verstärkt, statt sie einzugrenzen. Der Umgang mit Daten muss von klaren Kriterien geleitet sein: Nachvollziehbarkeit, Transparenz, Nichtdiskriminierung, Schutz von Privatheit und Freiheit im Netz.

Friedenspolitik: Ich bin dankbar aufgewachsen zu sein, ohne persönlich einen Krieg miterlebt zu haben. Denn gelebte Freiheit und garantierte Würde benötigen Frieden. Das friedliche Zusammenleben der Menschen fußt auf der Fähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen und die Menschenrechte aller zu wahren.  Abrüstung, Rüstungskontrolle und die Nichtverbreitung von Waffen sind und bleiben wesentliche Pfeiler jeder Friedenspolitik. Exporte von Waffen und Rüstungsgütern an Diktatoren, menschenrechtsverachtende Regime und in Kriegsgebiete verbieten sich. Um langfristig im Frieden leben zu können benötigen wir hohe Sicherheitsstandards und einen internationalen Verhaltenskodex.

Agrarpolitik: Da ich mich vegan ernähre, ist grüne Agrarpolitik für mich besonders wichtig. Der Verlust an Artenvielfalt und die Klimakrise bedingen sich gegenseitig und können daher auch nur gemeinsam gelöst werden. Ökologischer Landbau und die Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft sind als wirksamer Schutz für Artenvielfalt und Umwelt zu betreiben. Der Wandel hin zur zukunftsfähigen Landwirtschaft gelingt nur zusammen mit den BäuerInnen. Die Sicherheit der Lebensmittelversorgung ist ein hohes Gut. Der Landwirtschaft gebührt Anerkennung dafür, dass sie diese gewährleistet. Solange Menschen Tiere halten, um sie zu töten und zu essen oder um ihre Produkte zu nutzen, sind wir verpflichtet, für mehr Tierschutz und mehr Tierwohl in der Tierhaltung zu sorgen. Es sollen immer weniger Tiere immer besser gehalten werden, damit der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln sinkt.

Flüchtlingspolitik: Durch meine ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen in den Jahren nach 2015 weiß ich, welche Herausforderungen aber auch Bereicherung Migration mit sich bringen können. Schließlich ist Migration etwas zutiefst Menschliches und war stets Triebfeder für Entwicklung und globale Zusammenarbeit und Quelle von Innovation. Deutschland ist ein Einwanderungsland. Deshalb braucht es ein Einwanderungsgesetz mit klaren Kriterien für legale Einwanderung. Das Bekämpfen von Fluchtursachen, unter anderem durch klimabedingte Katastrophen, heißt die Gründe für Flucht und nicht die Menschen auf der Flucht zu bekämpfen. Menschen, die dauerhaft hier leben, brauchen ein Bleiberecht. Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete verbieten sich.

Ökologie: Um den Raubbau an der Natur zu beenden, muss auch die Verschmutzung der Erde mit Plastik, Müll, Chemikalien und Pestiziden ein Ende haben. Produkte müssen langlebiger werden und sollten repariert oder wiederaufbereitet werden können, so dass auch immer weniger natürliche Ressourcen verwendet werden müssen. Subventionen in umwelt- und klimaschädliche Produktionsweisen und Produkte müssen abgebaut werden. Die Kosten des Übergangs sollen gerecht und solidarisch getragen werden. Dem Staat kommt hier eine relevante Aufgabe zu. Den Weg in die ökologische Moderne nicht zu gehen, würde noch wesentlich mehr kosten. Es ist Aufgabe der Politik, bessere Regeln zu schaffen, nicht den besseren Menschen. Sinnvolle Umweltpolitik begnügt sich nicht mit Appellen, sondern setzt klare Regeln, fördert neue Technologien und investiert in neue Infrastrukturen. Das Thema Ökologie ist mir besonders wichtig. Darum findet ihr hier einige konkrete Ideen dazu.