Allgemein

weiß

2. Juni 2020

Was bedeutet es weiß zu sein? Habe ich dadurch Privilegien? Und sind sie mir bewusst?

Der unbegreifliche, rassistische Mord an Georg Floyd in Minneapolis wirft diese Fragen in mir auf.

Wikipedia beschreibt Rassismus so: Rassismus ist eine Gesinnung der Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – umstrittenerweise teilweise auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden.

Spannend gell. Vorurteile und Rassismus liegen gar nicht weit auseinander. Ich denke je mehr man sich „unter seinesgleichen“ bewegt, um so höher ist die Gefahr, dass man andere als geringwertig ansieht. Ich glaube besonders auch bei uns, im ländlichen Raum geschieht das schnell. Wer seine Arbeitszeit und Freizeit mit weißen, heterosexuellen, christlich geprägten Menschen verbringt, könnte schnell denken, dass dies die einzige richtige Art zu leben ist. Auch ich überschreite diese unsichtbare Grenze selten. Seit ich nicht mehr in der Flüchtlingsarbeit unterwegs bin, treffe ich in der Freizeit selten Menschen die nicht in Deutschland geboren sind, oder keine Christen sind. Homosexuelle Menschen treffe ich auch selten, wir haben nur ganz entfernt homosexuelle Bekannte. Im beruflichen Umfeld passiert es mir natürlich immer wieder, dass ich z.B. die einzige Person in einer Besprechung bin die deutsch spricht, oder die einzige Frau bin. Aber sonst bewege ich mich auch in meiner Blase. Ich behaupte allerdings von mir, dass ich reflektiert genug bin mir dessen bewusst zu sein, und entsprechend handle…

Trotzdem hat mir dieser Test gut getan, den ich Euch hier verlinke. Er heißt „Check Deine Privilegien“, bzw. „Wie privilegiert bist Du“. Der Test ändert natürlich nichts, und auch das Ergebnis macht letzten Endes keinen Unterschied. Trotzdem ist es sinnvoll sich diese Fragen zu stellen.

Mein Ergebnis ist übrigens 67 von 100 Punkten. Ich bin ziemlich privilegiert. Darüber war ich mir allerdings im klaren. Täglich staune ich darüber. Es ist unbegreifliche Gnade.

Nochmal zum Thema Rassismus: Carola Rackete (Kapitänin bei Sea-Watch die im Juni 2019 in Lampedusa verhaftet wurde) twitterte am Montag folgendes:

To anyone who thinks that state racism is a problem of other countries. How about the EU systematically preventing sea rescue off Lydia? Letting people drown in thousands? Sending them back to civil war, kidnappings and torture? Racism is a root of that.

Meine Übersetzung: An alle, die denken dass staatlicher Rassismus nur ein Problem anderer Länder ist. Wie ist es mit der EU die systematisch die Seerettung vor Libyen verhindert? Tausende Menschen ertrinken lässt? Sie zurückschickt zu Bürgerkrieg, Entführung und Folter? Rassismus ist die Wurzel dessen.

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Allgemein

Verkehrswende

31. Mai 2020

Mein Blick auf die Verkehrswende hat sich dieses Wochenende geändert. Space X das Unternehmen von Elon Musk hat erfolgreich 2 Astronauten zur ISS befördert (Habt ihr auch zugeschaut? Ich fand’s super spannend!). Das allein hat mich schon beeindruckt. Aber dann hab ich 2 Bilder gesehen. Eines vom Innenraum des Space Shuttles (ca. 1980), und eines von Dragon, der Space X Rakete, siehe unten.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Space Shuttle voll mit Schaltern und Knöpfen, Dragon ein Leere wie aus einem Science Fiction Film. Mehrere Touchscreens, sonst nichts. 

Natürlich liegen viele Jahrzehnte zwischendrin. Also habe ich Bilder des Armaturenbretts des Golf 3 mit dem des Golf 8 verglichen. Ja, es gibt weniger Schalter. Der Golf hat sich verändert. Aber die Veränderung ist deutlich geringer als die Verwandlung von Space Shuttle zu Dragon. 

Dann hab ich das Armaturenbrett des Golf 8 mit dem Armaturenbrett des Tesla S verglichen. Der Golf 8, der gerade auf den Markt kommt ist weniger futuristisch als der Tesla S, den es seit 2012 gibt (und es droht eine Rückrufaktion wegen Softwaremängeln)!

Was ich damit sagen will? Was wenn Tesla auch in anderen, nicht so optisch offensichtlichen Bereichen weiter ist als VW (oder Daimler…)…

Oder anders ausgedrückt: Seit diesem Wochenende traue ich Elon Musk alles zu. 

https://www.hna.de/verbraucher/vw-kassel-rueckruf-golf-8-maengel-verbraucher-lieferung-wolfsburg-sicherheit-zr-zr-13766974.html

Bilder: Twitter Funde

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vegan

neuer Versuch

30. Mai 2020

Kürzlich gab es bei mir eine neue vegan Bratwurst. Sie ist von „like meat“ und heißt „like Schinken Bratwurst“. Die Wurst basiert auf Erbsenprotein. Die Zutatenliste ist wie bei allen industriell hergestellten Fleischalternativen lang. Ich fand sie ganz ok, kann allerdings nicht mit meiner Lieblingswurst mithalten. Ausserdem war sie sehr aufwändig verpackt, und produziert somit viel Müll.

Dazu gab es Nudelsalat, ein Essen, das ich sehr mag. Nudelsalat kann man einfach toll vorbereiten, und dann abends essen. Bei uns ein typisches Sommeressen. Für die Soße nehme ich die vegan Mayonnaise von EDEKA.

Werbung, aufgrund Markennennung

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Fleisch

27. Mai 2020

Ich finde die momentane Diskussion über die Fleischproduktion gut. Ein Thema das lange verdrängt wurde gerät nun in den Focus.

In einer Studie des Umweltbundesamtes von November 2019, in dem es generell um Ressourcenschonung geht (Link unten) steht dieser kleine Absatz, der es aber in sich hat!

Auch der Strukturwandel in der konventionellen Fleischbranche hin zu einer verstärkten Konzentration hemmt vegetarische Ernährung durch günstige Preise und hohe Verfügbarkeit von Fleischprodukten (Clausen/Mathes 2017: 8, 31). Soziale und Umweltkosten (wie hoher Nährstoffüberschüsse in Luft, Gewässern und Böden, hohe Konzentration von Antibiotika im Trinkwasser, multiresistente Keime in Gewässern) werden bis heute externalisiert und nicht eingepreist. Hinzu kommt der reduzierte Mehrwertsteuersatz, der den Preis von Fleisch niedrig hält (HBS et al. 2018: 16, 52). Hemmend für den Vegetarismus wirkt die Lobbyarbeit und Kampagnen der Fleischindustrie (Clausen/Mathes 2017: 9, 32).

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/421/publikationen/uba_trendradar_buch_01.pdf

Bild: Pixabay

Aus dieser Studie werde ich noch mehrfach zitieren.

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