Fleisch-Bewusst statt Fleisch-Ess-Lust

Heute ist Karfreitag. Diesen Tag nehme ich zum Anlass über unser Fleisch-Ess-Verhalten in Deutschland oder gar weltweit nachzudenken.

Für viele gläubige Christen ist heute der Tag im Jahr, an dem viele ganz bewusst auf den Konsum von Fleisch- und Wurstwaren verzichten. Alternativen gibt es ja genügend.

Aber warum denn nur heute? Verzicht ist ein negativ belegtes Wort, von dem ich mich hier trennen möchte. Bewusstsein gefällt mir viel besser , das klingt positiv und intellektuell. Schließlich sind wir das Land der Dichter und Denker.

Immer wieder frage ich mich, warum gelingt es den meisten Menschen nicht an den restlichen 364 Tagen des Jahres ihren Fleischkonsum ganz bewusst zu gestalten?

Wenn ich hinausgehe und frage, bekomme ich immer wieder dieselben Antworten. Weil es mir schmeckt – Was soll ich denn sonst kochen? – Ein Essen ohne Fleisch ist kein richtiges Essen – Der Mensch isst schon Fleisch, seit er auf diesem Planeten ist – etc.

Diese Argumentationen kann ich nicht mehr hören, denn sie gehen nicht in die Richtung, in die sie gehen sollten. Niemandem möchte ich das Essen von Fleisch absprechen, ABER es sollte wieder auf ein vernünftiges Maß reduziert werden. Es muss nicht jeden Tag sein, es reicht auch jeden zweiten Tag.

Erst diese Woche ging durch die Presse, dass das Umweltministerium eine Halbierung des Fleischkonsum fordert.

Wir müssen die Massentierhaltung reduzieren, damit die zu hohen Stickstoffeinträge sinken und Böden, Wasser, Biodiversität und menschliche Gesundheit weniger belastet werden.“ Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts

Wer weniger Fleisch esse, dafür aber qualitativ besseres, könne das auch „im Geldbeutel ausbalancieren“, so Messner.

Die Vorteile eins bewussten Fleisch – Essens liegen auf der Hand:

  • Zum Wohle der Menschen: wir leben gesünder, wenn wir kein, mit Antibiotika und weiteren Medikamenten, die in der (Massen-)Tierhaltung eingesetzt werden, „verseuchtes“ Fleisch essen. Unsere Körper sollten es uns Wert sein. Und zudem können wir damit einer auf uns zukommenden Antibiotikaresistenz entgegenwirken.  
  • Zum Wohle der Tiere: denn die die Massentierhaltung könnte stark reduziert werden, gleichwohl die irrsinnigen Lebend-Tiertransporte – weltweit, die unter fruchtbaren Bedingungen für die Tiere tagtäglich stattfinden. Einzelheiten und Bilder möchte ich euch an dieser Stelle ersparen.
  • Zum Wohle der Landwirte:  die dann endlich vernünftig und fair für Ihre Arbeit entlohnt würden.
  • Und nicht zuletzt zum Wohle unserer Umwelt: durch eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes. Rund ein Siebtel der globalen Emissionen geht auf die Tierhaltung zurück, das ist doch der Wahnsinn, oder?

Jeder Einzelne zählt – nur gemeinsam ist eine „Fleischwende“ zu schaffen. Gesetzliche Rahmenbedingungen müssen dabei die nötigen Leitplanken und Spieleregeln sicherstellen.

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