10 Jahre nach der Fukushima Katastrophe – was hat sich getan? Hat sich etwas verändert?

Manche von uns wissen noch was sie heute vor einem Jahr gemacht haben. Der Tag an dem die WHO Corona zur Pandemie erklärt hat.

Aber wisst ihr auch noch, was ihr heute vor 10 Jahren gemacht habt? Am 11. März 2011 baute sich nach einem der stärksten jemals gemessenen Erdbeben östlich der japanischen Hauptinsel Honshu ein Tsunami auf. Etwa 20.000 Menschen wurden von bis zu 40 Meter hohe Wellen in den Tod gerissen. Das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurde so schwer beschädigt, dass es in mehreren Reaktorblöcken zu Kernschmelzen kam und Explosionen die Gebäude zerstörten. Erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt und verteilten sich über Japan. Mehr als 160.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden umgesiedelt. Unglaublich, dass seither schon 10 Jahre vergangen sind. Doch wie sieht es heute in Fukushima aus?

Seit 2017 gilt die Region zwar offiziell wieder als bewohnbar. Doch die japanische Bevölkerung ist skeptisch, gegenüber dem Betreiber des Kraftwerks, Tepco und auch gegenüber der Atomenergie.

Auch die Entsorgungsfrage ist weiter ungeklärt. Wohin man schaut, ist alles weiß, und es wird immer weißer: Denn schon weit mehr als 1000 Tanks mit kontaminiertem Kühlwasser stehen auf dem Gelände. Der Platz wird zunehmend knapper und daher wurden 2 Lösungsvarianten diskutiert. Das Wasser verdampfen zu lassen oder verdünnt ins Meer einzuleiten. Der gravierendste Unterschied zwischen beiden Varianten sind die Kosten. Einleiten ins Meer ist zehnmal günstiger als verdunsten. Somit ist es kein stilles Geheimnis mehr, in welche Richtung die Entscheidung ging. Welche Auswirkungen dies auf das Ökosystem Meer haben wird, kann nur erahnt werden. Landwirte und Fischereibetriebe befürchten über Jahre erhebliche Ausfälle ganz abgesehen von den gesundheitlichen nicht einschätzbaren Folgen für Mensch, Tier und Pflanzenwelt.

Seither fragt man sich: Könnte so eine Katastrophe auch bei uns geschehen? Die meisten Atomkraftwerke stammen aus den 70er und 80er Jahren. Studien und Experten warnen schon länger vor der Gefahr von altersbedingter Materialermüdung, einer nachlassenden Sicherheitskultur bei Betriebsmannschaften und Aufsichtsbehörden sowie veralteten Sicherheitskonzepten. 

Als Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima beschloss die Bundesregierung im April 2011, die deutschen Atomkraftwerke bis 2022 stillzulegen. Doch viele Probleme sind noch nicht gelöst, etwa die Entsorgung des atomaren Restmülls.

Noch immer gibt es kein Endlager, und in anderen Ländern spielt die Kernkraft nach wie vor eine wichtige Rolle. In der EU, Großbritannien und der Schweiz sind insgesamt 127 Reaktoren in Betrieb, davon 91 zwischen 31 und 40 Jahre und 18 über 41.

Wir Grüne fordern, dass die Bundesregierung sich stärker für die Stilllegung von alten Reaktoren in den Nachbarländern einsetzt. In der EU, Großbritannien und der Schweiz sind insgesamt 127 Reaktoren in Betrieb, davon 91 zwischen 31 und 40 Jahre und 18 über 41.

Weiterhin fordern wir den Stopp der Herstellung von Brennelementen sowie angereichertem Uran in den deutschen Atomfabriken und dadurch die maroden Reaktoren den Nachbarländern nicht mehr mit diesen Brennelementen zu beliefern.

“Atomkraft ist kein Klimaretter. Sie ist riskant, teuer und hinterlässt radioaktiven Abfall für tausende Generationen. Erneuerbare Energien sind die eindeutig bessere Lösung”, betonte Bundesumweltministerin Svenja Schulze Ende Februar anlässlich der Abschaltung von Frankreichs ältestem Kraftwerk Fessenheim 1, vor einem Jahr, nach 42 Betriebsjahren. 

Die jüngsten Gedanken einiger Politiker, über einen Wiedereinstieg in die Atomkraft nachzudenken, davor kann nur gewarnt werden. Die Gefahren dürfen nicht vergessen werden. “Ein Roll-Back beim Atomausstieg schadet dem Klimaschutz und dem Standort, denn er behindert den Ausbau der Erneuerbaren”, sagte Cem Özdemir, gegenüber der Dt. Presseagentur.

Die nächste Bundesregierung ist in der Verantwortung, den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich voranzutreiben und zu fördern. Daran möchte ich aktiv mitarbeiten!

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