Dem Tod ins Auge sehen – Sterbende begleiten – Hospiztätigkeit

Jeder von uns, der schon einmal einen geliebten Menschen gehen lassen musste und die Möglichkeit hatte, bis zum Schluss dabei zu sein, weiß, wie schwer und schmerzvoll das ist. In der Regel gehen die Eltern vor den Kindern. Wenn der Tag gekommen ist, ist es ganz egal in welchem Alter, für einen selbst sind die eigenen Eltern immer zu früh gegangen.

Wie schwer mag es jedoch sein, wenn die Kinder vor den Eltern gehen? Das wird niemand im Entferntesten erahnen können, der nicht schon einmal selbst diese Erfahrung machen musste.

Oft unvorhersehbar und plötzlich aus dem jungen Leben gerissen, ein Schock für die Hinterbliebenen

Doch wie ist es, wenn man sein eigenes Kind, von einer unheilbaren Krankheit heimgesucht, bis in den Tod begleitet? Wie kann man sich und sein Kind darauf vorbereiten? Kann man das, allein? Vermutlich nicht und das muss man auch nicht. Hierfür gibt es Hilfe von Sterbebegleitern, die die Kinder und Eltern begleiten, entlasten, Freiräume schaffen und bestmöglich auf den Tod vorbereiten. Die verbleibende, gemeinsamen Zeit soll so normal und angenehm wie möglich gestaltet werden.

Geschätzt leben in Deutschland 50.000 Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Krankheit. Bundesweit gibt es 18 Kinder und Jugendhospize sowie rund 150 ambulante Dienste.

Ein regionales Beispiel ist der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Rottweil. Diese Dienstleistung wird zu Hause im gewohnten Umfeld der Familie angeboten, einem Ort der Geborgenheit und des Wohlfühlens.

Heute, am 10. Februar, ist der Tag der Kinderhospiztätigkeit – ein Ehrentag für all die unermüdlichen Helfer, die Familien durch diese schweren Zeiten führen und begleiten.

Leider hat Corona auch diesen Bereich fest im Griff. Die bestehenden, überaus großen Herausforderungen werden durch die Corona-Vorsichtsmaßnahmen und -Einschränkungen noch viel größer. Kinder und Jugendliche können nicht geimpft werden. Deshalb ist es notwendig, diejenigen, die sich um die Fürsorge der jungen Menschen kümmern, zu impfen und damit den bestmöglichen Schutz der erkrankten Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten.  Auch eine Impfung der weiteren Familienmitglieder als direkte Kontaktpersonen, muss priorisiert werden. So die Forderungen in einer Pressemitteilung des Deutschen Kinderhospizverein e.V.

„Der Wert des Lebens bemisst sich weder am Alter noch an einer – ohnehin kaum zu prognostizierbaren – Lebensdauer. Junge Menschen, die lebensverkürzend erkrankt sind, verdienen daher wie andere gefährdete Personen unseren bestmöglichen Schutz.“, betont Marcel Globisch, Leitung für Inhalte und Entwicklung im DKHV.

Lasst uns diese wertvolle Arbeit unterstützen. Wenn nicht ehrenamtlich, dann mit einer Spende. Diese Dienste sind unbezahlbar und unverzichtbar, für Erwachsene wie für Kinder.

https://www.deutscher-kinderhospizverein.de/unterstuetzer

https://www.malteser-rottweil.de/dienste-und-leistungen/familien/ambulanter-kinder-und-jugendhospizdienst.html

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