Rückschau auf 25.10. und 26.10.

Am vergangenen Freitag war ich Nachmittags und Abends auf 3 verschiedenen Veranstaltungen. Los ging’s mit der Klimademo in Spaichingen. Ich gebe zu, dass ich zum ersten Mal auf einer Demonstration war (mit 42 Jahren!!!)! Meine konservative Erziehung lässt sich halt nicht leugnen… 🙂 Ich war total überrascht, dass bei regnerischen 8 Grad fast 80 Personen auf dem Marktplatz zusammengekommen sind. Wir sind zwar nur eine kleine Runde gelaufen, aber ich fand es super, dass trotzdem ein paar Straßen abgesperrt werden mussten. So war offensichtlicher, dass wir da waren. Und wir waren laut! Ich hoffe, dass Fridays for future zukünftig wieder regelmässig Demonstrationen organisiert. Wir dürfen trotz der Corona Krise die Klimakatastrophe nicht aus den Augen verlieren!

Danach durfte ich in Tuttlingen bei den Kirchenstufengesprächen auf Einladung der Omapas zum Thema „Christen in der Politik“ sprechen. Eingangs hab ich einige Fragen gestellt: Warum reden wir über Christen in der Politik? Man redet doch auch nicht über Jäger im Wald oder Fans im Stadion. Was an der Kombination ist außergewöhnlich?

Ich habe dann von meinem christlichen, privaten, politischen und beruflichen Werdegang erzählt, was natürlich untrennbar zusammenhängt. Im Anschluß gab es eine lebhafte Diskussion zu verschiedenen politischen Themen wie Kohleausstieg, erneuerbare Energie, Nord Stream 2 oder Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Auf dem Bild seht ihr einige der Besucher, und die Kirchenstufen auf denen die Redner bei den Omapas sprechen. Aufgrund der Kälte sind wir dann später in den Laden der Omapas gegenüber umgezogen.

Am Samstag Nachmittag war ich dann bei einer Veranstaltung des BUND und der vhs Rottweil. Auf dem Programm stand der Besuch des Biohofs Jauch in Rottweil-Hausen. Im Focus stand das Geflügel, somit werde ich einmal separat hingehen um die Angus-Rinder und den Hofladen zu besuchen.

Es war ein faszinierender Besuch. Ich glaube ich habe noch nie jemanden so leidenschaftlich über die Arbeit reden hören. Frau Jauch, die für die Hühner zuständig ist, zeigte uns die Hühner-Mobile und erklärte uns das System der Hybrid Hühner, und dann im Gegensatz die Zweitnutzungshühner. Das besondere an Zweitnutzungshühner ist, dass die Hennen Eier legen (aber weniger als Hühner, die fürs Eierlegen speziell gezüchtet wurden), die Hähne aber nicht nutzlos sind (und somit geschreddert werden), sondern hochwertiges Fleisch ansetzen. Aufgrund des hohen Aufwandes kosten die Eier 50 Cent das Stück. Ich fand die Aussage von Frau Jauch gut, dass der Verbraucher bei diesem Preis sparsam mit Eiern umgeht, und Eier etwas besonderes sind. Die Herde umfasst ca. 400 Hühner, die alle super gepflegt aussehen und sehr zutraulich sind (teilweise haben sie sich streicheln lassen und haben an uns gepickt). Seit ca. 20 Wochen haben Jauch die Herde, es ist die erste Herde der Familie Jauch in dieser Größe. Die inzwischen ausgewachsenen Hähne gingen einige Tage später zum Schlachter. Auf meine Frage ob es überhaupt Bedarf für diese große Menge an Fleisch gibt (es sind schließlich ca. 200 Tiere auf einmal) hat Frau Jauch gelacht. Der Fleischverteiler (Email Verteiler von Interessenten) umfasst 500 Adressen!

Am Ende des Besuchs erwähnte Frau Jauch noch, dass der Hof bis 2030 klimaneutral sein soll, und sich die Familie Selbstversorger möchte. Spannend, oder?

Die Einstellung der Familie Jauch zu Tierwohl und zu Nachhaltigkeit hat mich beeindruckt und ich freue mich darauf nächstes Jahr den Hof nochmals zu besuchen.

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