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Bippele

28. Februar 2020

Bippele, so sagt man bei uns in der Umgebung zu Küken.  Süss, gell!

Kürzlich bin ich einer spontanen Eingebung folgend auf unseren Wochenmarkt gefahren und habe dort am Eier Stand bei der lokalen Eier Anbieterin nachgefragt. Meine Frage war: Was machen Sie eigentlich mit den männlichen Küken. Töten Sie die hier, oder verschicken Sie die zum töten?

Die Antwort war: Wir bekommen nur weibliche Hennen geliefert. Unser Lieferant in Frankfurt liefert uns nur die weiblichen Hühner. Meine Rückfrage was denn der Lieferant mit den männlichen Küken macht brachte die Antwort: Ja, die kann man ja leider nicht brauchen. Darum vergast er sie.

Nun denn, auch wenn es weh tut hier ein paar Fakten:

In Deutschland werden jährlich 45 Millionen Eintagsküken geschreddert oder vergast; das sind über 126.000 Tiere täglich. In der Europäischen Union waren es 2014 330 Millionen getötete Eintagsküken. Weltweit sind es jährlich etwa 2,5 Milliarden Küken. Das sind fast 7 Millionen Eintagsküken täglich.

Das Töten von Eintagsküken erfolgt üblicherweise durch Ersticken oder durch Zerschreddern. Beim Ersticken wird CO2 in Behälter mit einigen hundert Küken eingeleitet (sie werden somit lebendig übereinander gestapelt). Innerhalb von Sekunden tritt Bewusstlosigkeit ein und der Tod erfolgt innerhalb von wenigen Minuten durch Sauerstoffarmut im Blut. n der Regel wird die Geschlechtsbestimmung von Küken, bereits am ersten Lebenstag durchgeführt. Dies ist möglich durch die Inspektion der Genitalien, jedoch bei kommerziellen Zuchtlinien einfacher durch bewusst gezüchtete phonotypische Geschlechtsunterschiede (zum Beispiel unterschiedliche Federlänge an den Flügeln).

Wieso denken wir, dass es ok ist Eier und Produkte in denen Eiern enthalten sind zu essen? Wieso wird das gesellschaftlich noch akzeptiert? Vielleicht denkt ihr an die 7 Millionen toten Bippele (täglich!), wenn ihr nächstes Mal Eier kauft, besonders jetzt in der Osterzeit. Es wird mein zweites Ostern ohne Ostereier. Und das ist problemlos machbar…!

Quelle Wikipedia

Bild von Philipp Kleindienst auf Pixabay

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er ist da

Wir hören den Alarm in dem Lärmen nicht. Wir hören den Laut unterm Läuten nicht. Wir hörn in der Stimmung die Stimme nicht. Wir hören das Wort, hören es nicht. Wir können ihn sehen und sehen ihn nicht. Wir können ihn hörn und hören ihn nicht. Wir suchen ihn ferne und er ist nah. Wir suchen ihn nicht, da er ist da.

Lothar Zanetti

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Dürre!

24. Februar 2020

Es ist Ende Februar, der Winter neigt sich dem Ende zu, und Deutschland befindet sich immer noch mitten in einer Dürrephase. Ganz Deutschland? Nein, ein kleiner Teil leistet erbitterten Widerstand….

Auf dieser Karte vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sieht man den Feuchtigkeitszustand des Gesamtbodens in ca. 1,8 Meter Tiefe. Der Begriff Dürre meint den Vergleich zum „Normalzustand“ (Da Dürre den Vergleich zum Normalzustand zieht, wird im ersten Schritt der jährliche Bodenfeuchteverlauf für den Vergleichszeitraum 1951-2015 herangezogen.).

Wenn die aktuelle Bodenfeuchte unter den Wert fällt, der nur in 20% der Jahre in einer langen Zeitreihe erreicht wird, spricht man von Dürre. Die Farben kennzeichnen die Stärke der Dürre. So bedeutet also ein Wert von 0.3 (ungewöhnliche Trockenheit), dass die aktuelle Bodenfeuchte so niedrig wie in 30% der Fälle von 1951-2015 ist. Genauso bedeutet ein SMI von 0.02 (außergewöhnliche Dürre), dass der Wert nur in 2% der langjährigen Simulationswerte unterschritten wird.

Zusammengefasst kann man also sagen: es ist in großen Teilen Deutschlands so trocken wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die weißen Stellen, zu denen eben u.a. meine Heimat gehört zeigen, dass dort der Normalzustand herrscht (das war mir bisher nicht bewusst). Auch in diesem Zusammenhang leben wir auf der Baar also auf einer Insel der Glückseeligen. Um so wichtiger finde ich es, dass wir über unsern Tellerrand heraus schauen.

Laut Berechnungen des WDR, auf Grundlage von Daten des Deutschen Wetterdienstes bräuchte es 21,5 Tage Dauerregen um in trockenen Gebieten das Regendefizit auszugleichen.

Zum Thema Regen habe ich Mitte Januar auf Rottweil Inside eine Kolumne geschrieben (ohne vom Dürremonitor der UFZ zu wissen!). Ihr findet sie hier.

Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ist ein Forschungszentrum im Bereich der Umweltforschung und wird als Gesellschaft betrieben. Die Gesellschafter sind die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt.

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